Die Band

In einer lauen Sommernacht auf einer Parkbank in Rheinberg entschlossen sich fünf Freunde, eine Band zu gründen.

Inspiriert durch Bands wie Sex Pistols, Slime, Die Toten Hosen oder Die Goldenen Zitronen erscheint es den fünf Jungs als eine logische Konsequenz, ebenfalls eine Punkband zu gründen.

Hier ist unsere Geschichte!

Aktuelle Besetzung

Erzähl uns bitte zwei, drei Takte zu deiner Person:

Aufgewachsen bin ich in drei Bundesländern, bis mich das dritte nicht mehr gehen ließ und ich durch einen Zufall zur richtigen Zeit in der Schule Eule und Mario kennengelernt habe. Ab da war die Band sozusagen geboren.

Wie bist du zum Punk-Rock gekommen und warum?

In den Achtzigern habe ich in Hannover gewohnt. Einige kennen sicherlich noch die legendären Chaostage und da kam man um den Punk nicht rum. Mittendrin war eben besser als nur dabei! Angefangen hat es bei mir mit Toy Dolls, Abstürzende Brieftauben, Daily Terror, usw.

Deine Lieblingsbands und warum?

Bands wie Razzia, Daily Terror, Boskops, Molotow Soda, Rage, Iron Maiden, Slayer um nur einige zu nennen, haben meine Jugend geprägt und sind somit einfach hängen geblieben.

Düsseldorf, Rheinberg oder Berlin?

Alle drei. Düsseldorf ist immer eine Bierreise wert und außerdem mein zweites Wohnzimmer. In Rheinberg finde ich die Ruhe die ich brauche – vor und nach den anstrengenden Tagen. Berlin ist leider weit weg doch meine Familie verbindet mich mit dieser Stadt.

Welche Träume hast du noch?

Da gibt es eigentlich nur einen: Friede auf Erden wäre mal was wunderbares und dass der Mensch langsam mal wieder lernt mit der Natur zu leben anstatt sie zu zerstören, ich hoffe es bleibt nicht nur ein Traum.

Auch an dich die Frage, wie du zur Band gekommen bist und ein bisschen was allgemeines über Eule, den Gitarristen und Texter von Betontod.

Es war damals die Zeit in der Schule wo wir alle auf der Suche nach uns selbst waren. Auf dieser Suche traf ich dann Mario und Oliver in der Raucherecke auf dem Schulhof. Es war schnell klar, dass wir auf der gleichen musikalischen Welle unterwegs waren. Und es war auch klar, dass wir alle den Wunsch hatten Musik zu machen. Ich habe mir damals eine Gitarre für knapp 200 Mark gekauft. Einen 30 Watt Verstärker und dann ging es ab in den Proberaum. Ein Keller unter einer Metzgerei. Es roch immer nach Schinken und eigentlich ging es eher darum mit einer Hansa-Palette Spaß zu haben. Nach der Palette nahmen wir dann die Instrumente und das Mikro in die Hand. Ich habe ja nur dort im Keller an meinem Instrument geübt. Zu Hause hat das keinen Spaß gemacht. Deshalb hat es auch ewig gedauert bis wir mal in der Lage waren Lieder zu komponieren.

Du giltst gemeinhin, als das Mastermind bei Betontod. Woher nimmst du deine Inspiration für die Texte und Co.?

Das klingt zwar abgedroschen, aber viele Lieder schreibt wirklich unser Leben. Man muss nur mit offenen Ohren und Augen durch die Welt gehen. Trotzdem ist es gerade bei den letzten Alben echt viel Zeit, die ich mit dem Texten verbringe. Das ist echt das Fundament unserer Musik. Wenn das nicht steht kracht alles zusammen.

Das beste Betontod-Album, das Betontod nie geschrieben haben?

Kommt im nächsten Jahr!

Welche Gitarren bevorzugst du und warum?

Wir haben einen sehr guten Partner in der Firma ESP gefunden. Die haben auch eine perfekte Gitarre für runtergestimmte Musik. Eine Bariton. Da ich eh keine Eichhörnchenhände habe passt das da die Bünde auch etwas breiter sind.

Düsseldorf, Rheinberg oder Berlin?

Ich würde sagen Rheinberg kommt an erster Stelle. Hier ist das Herz zu Hause. Düsseldorf ist halt Punkrock. Deswegen gehen wir ja seit einigen Jahren dorthin und haben da echt große Abende gehabt. Berlin ist für mich fernab von immer geiler werdenden Gigs natürlich DFB-Pokalendspielstadt und als schwarzgelber war ich in den letzten 4 Jahren dort zu Besuch bei meinem Freund Hinni Hammer. Immer ein großes Erlebnis. Dort gibt es einen Zauberwald. In den gehen wir dann immer morgens nüchtern rein und Abends kommen wir stockbesoffen wieder raus.

Was dürfen die Fans 2018 von Betontod erwarten?

Ein neues Album und eine gereifte Band. Wir sind auch nach 27 Jahren immer noch auf dem Weg und haben nicht das Gefühl angekommen zu sein. Mittlerweile kommen wir im Tourbus auch immer besser miteinander klar 😉

Klassische Einstiegsfrage: Wie ist Mario zur Musik gekommen?

Tja, wie bin ich zur Musik gekommen? Ich würde mich selbst als eine Art Punkrock-Quereinsteiger bezeichnen. Den ersten musikalischen Kontakt gab es durch eine Radiosendung, die ich zufällig spät abends in meinem Zimmer gehört habe. Dort lief Iron Maiden und ich war total geflasht von dem, was ich da gehört habe…das war mein erster Kontakt mit Heavy Metal. Auf die Punkrockschiene ging es bei mir erst mit Einstieg in die Band los und das mit Haut und Haaren und mit allem was die Szene damals musikalisch anzubieten hatte.

Wer entscheidet über Riffings und andere “Gitarristen-Probleme” bei Betontod? Du oder Eule?

Da Eule die Songs schreibt fällt das Riffing in seine Abteilung. Das heißt aber nicht, dass die Riffs in Stein gemeißelt sind. Wenn wir uns mal uneinig sind, neigen wir immer dazu, die Ideen des anderen direkt auszuprobieren anstatt stundenlang zu diskutieren. Dieses Vorgehen hat sich bei uns immer gut bewährt. Letztendlich finden wir so, immer das, was wir brauchen, um einen guten Song zu schreiben.
Ich sehe meinen Schwerpunkt eher im Bereich Gitarrenequipment und dem ganzen technischen Kram der damit einhergeht.

Was bedeutet Punk Rock für dich?

Ich finde Punk Rock definiert jeder für sich selbst. Für mich persönlich ist es eine Lebenseinstellung mit gewissen Dingen auf eine ganz bestimmte Art und Weise umzugehen, z.B. seinen eigenen Standpunkt zu haben und diesen auch lautstark zu vertreten.

Das beste Betontod Album, das Betontod nie geschrieben haben?

Tja, was soll ich auf eine solche Frage antworten? Das beste Betontod Album, das Betontod nie geschrieben hat … KOMMT NOCH! Ist doch klar.

Düsseldorf, Rheinberg oder London?

Alle drei Städte haben ihren Reiz. Ich würde hier gerne das „oder“ aus der Frage streichen. Rheinberg steht für mich natürlich an erster Stelle, da hier meine Wurzeln sind und es mit tollen Erinnerungen verknüpft ist. Düsseldorf wegen der damaligen Punkrock Szene, die ich leider nur von Erzählungen anderer Bands her kenne, aber jedes Mal fasziniert zugehört habe, wenn sie über die „gute alte Zeit“ gesprochen haben. London natürlich als Geburtsort des Punks. Ohne London – Kein Punk- Kein Betontod! Also eine wichtige Stadt für uns.

Wie würdest du die Band-Chemie bezeichnen?

Ich würde sagen die Definition „Rudel“ trifft es ganz gut.

Eine klassische Rock and Roll Floskel lautet: Alle lieben den Bass-Spieler 😉 Hand aufs Herz: Ist das der Grund, warum du dieses Instrument spielen wolltest?

ist das so ? Ich kenne nur Haufen Bassisten Witze 😉 warum kann ich nicht mal sagen , als es für mich 1991 darum ging wer in meiner ersten Band welches Instrument spielen sollte war für mich irgendwie sofort klar dass es die Bassgitarre wird … ich bin halt die Rhytmusfraktion – ohne Kompromisse .

Adam Dera, Bankkaufmann! Romantische oder peinlich-schlimme Vorstellung?

Hmmm gute Frage, früher hätte ich sicherlich eher peinlich gesagt aber man wird ja irgendwie doch erwachsen. ich wäre übrigens beinahe selbst Bankkaufmann geworden hatte aber keine Lust meine Haare fürs dortige Praktikum vernünftig zu schneiden und die fast 400 Fehlstunden in der Schule taten ihr Übriges haha

Wie definierst du Erfolg?

Erfolgreich ist man wenn man glücklich damit ist was man ist oder macht , alles andere zählt einfach nicht …. jeder definiert letztendlich den Erfolg ja für sich völlig verschieden.

Was sind deine größten musikalischen Einflüsse beim Bassspiel?

Ich liebe den leider zu früh verstorbenen Cliff Burton vom Metallica, ich war als Jugendlicher sehr von seiner Bühnenpräsenz als Bassist fasziniert. Metallica wäre mit ihm eine völlig andere Band geworden, da bin ich mir ziemlich sicher!

London oder Sevelen?

Definitiv Sevelen, ich mag Grossstädte während der Tour, leben möchte ich dort aber nicht. Das „Dorf- und Familienleben“ gibt mir den nötigen Kontrast zu sonst sehr schnellen und hektischen Leben im Musikbusiness.

Maik, du bist der Jüngste in der Band oder? Wie kommt man in der Hierarchie zurecht, wenn man halb so alt ist, wie der Sänger? ;-))

Das stimmt,ich bin der jüngste in der Band – das sieht man doch hoffentlich, oder? Die Jungs sind ca. 10 Jahre im Schnitt älter als ich, jedoch habe ich da überhaupt keine Probleme mit. Wir sind ja alle erwachsen genug um gewisse Dinge vernünftig zu klären, völlig unabhängig vom Alter.

Du gibst auch Schlagzeugunterricht. Was würdest du sagen: Ist das Interesse von Kindern/Jugendlichen an dem Erlernen von Instrumenten gleichbleibend groß geblieben oder hast du eine Veränderung bemerkt?

Ich mache das ja erst nebenher seit einigen Jahren – generell denke ich, dass schon ziemlich viele Kids versuchen, ein Instrument zu erlernen, zumindest in der Zeit, seitdem ich unterrichte. Das liegt vielleicht auch daran, dass die meisten Eltern es für pädagogisch wichtig halten, dass ihr Kind ein Instrument erlernt. Quasi „runter von der Straße“ und was Vernünftiges machen.

Was ist für dich Rock and Roll?

Das ist für mich das Ganze auch drumherum – mit seinen Jungs zu reisen, neue Orte und viele interessante Menschen kennenzulernen. Wenn ich mal so zurückblicke: Ich habe mit 12 angefangen, in Bands zu spielen und habe seitdem nur durch die Musik so viele Leute kennen gelernt. Das ist schon verrückt… Natürlich aber auch das Gefühl, vor vielen Menschen auf der Bühne zu stehen und gemeinsam die eigenen Songs zu zelebrieren – großartig, und kaum mit anderen Dingen zu vergleichen! Und natürlich viel Alkohol…

Wie wichtig ist für dich Erfolg mit der Band und wie definierst du diesen?

Erfolg beflügelt, das ist doch ganz klar. Das ist von jedem Musiker der Traum, mit seiner Band und Musik erfolgreich zu sein… Ich denke, dass vor allen Dingen die anderen vier Jungs, die das Ganze ja schon seit 27 Jahren betreiben, nie gedacht hätten, dass das Ganze mal größere Hallen füllen wird und man die Charts stürmt. Fakt ist, dass wir als Band uns natürlich freuen, wenn das ganze stetig wächst und wir nach und nach mehr Leute erreichen.

Oberhausen oder eine schöne Stadt? 😉

Ich bin hier geboren und habe noch nie in einer anderen Stadt gelebt. Natürlich ist Rheinberg ein schöneres Fleckchen – keine Frage. Dennoch lebe ich gerne hier und liebe diese ganze Ruhrpott-Attitüde! Alstaden ist eine schöne Gegend, ich wohne quasi direkt an der Ruhr, was für mich perfekt ist, da ich mich hier regelmäßig sportlich betätigen kann.

Wovon träumst du noch – auf die Musik bezogen?

Ich bin eigentlich recht zufrieden mit dem, was wir bis dato erreicht haben. Trocken betrachtet hoffe ich einfach, dass wir das Ganze noch eine ganze Weile betreiben können! Wenn ich was nennen müsste, wäre es wohl noch ein eigenes Konzert im zweitschönsten Ort – der Veltins Arena auf Schalke 😉

Studioarbeit oder Live-Shows?

Ganz klar Live-Shows! Ich liebe es, auf der Bühne zu sein und zu performen – Studio Arbeit mag ich dennoch auch. Das ist schon interessant, wie sich so Stück für Stück ein Song entwickelt und am Ende auf einer fertig gepressten CD zu hören ist.

Ehemalige Bandmitglieder:

Bass (1990-1992)
Alex Wojciak

Drums (1990-1995)
Carsten Kirchholtes

Drums (1995-2010)
Uli Chichy

Biographie

“Wenn fünf Freunde eine Band gründen wollen, ohne irgendwelche Instrumente zu beherrschen, bietet sich nur eine Musikrichtung an: Punkrock”.

 

 

1990: Bandgründung

Die typischen Krawallbands der späten 60er, 70er und 80er sind Inspiration und Motivation zugleich. Nichts können und davon viel. Die Goldenen Zitronen, Daily Terror, ZK, Skeptiker und – vor allem – Die Toten Hosen, sind immer dabei. Außerdem ein steter Wegbegleiter: Alkohol. Gerne als Bier. Apropos Provokation. Die hat schon immer dazugehört und wird es immer. Gründungsmitglieder sind seinerzeit: Oliver Meister, Mario Wojciak, Alex Wojciak, Frank Vohwinkel und Carsten Kirchholtes. Meister, singt. Mario steht an der Gitarre, Frank steht an der Gitarre, und schreibt Texte und komponiert. Alex steht am Bass und Karsten sitzt an den Drums. So fängt alles an. Startschuss in ein Jahrzehnt des Ausprobierens, des Umfallens und des Wiederaufstehens. Startschuss für BETONTOD, Alter.

 

1991: Die erste Show

Das Jungendzentrum Zuff in Rheinberg wird am 08.05.1991 Zeuge der ersten Betontod Show. Totex, Exil, Triple J und Monoton teilten sich die Bühne, vor der an jenem Abend ein paar der krassesten Punks stehen, die der Niederrhein zu bieten hatte.

 

1992: Erster Besetzungswechsel
Irgendjemand hat mal irgendwann gesagt: “Wer sein ganzes Leben lang in einer Band spielt, muss verrückt sein.” Das hat sich dann wohl auch Alex Wojciak am Bass gedacht, der die Band im Frühjahr 92 verlässt und wenig später durch Adam Czyz ersetzt wird, der bis heute für die tiefen Töne bei Betontod verantwortlich ist.

 

 

1992-1997: Erste musikalische Gehversuche als Demos
Punk ist nicht, kaum etwas oder gar nichts zu können, um dann hinterher großen Erfolg zu haben. Wer das glaubt, hat nicht nur den Punk nicht verstanden, der hat überhaupts nichts von Jugendlichkeit, Subkultur und Wahnsinn verstanden. Punk, das heißt 1992 schon, bedingungslose Provokation, Anti-sein und ein Mind-Set des Dagegenseins zu kultivieren. Und wer Bock hat, Musik zu machen, der macht die bitteschön. Wer keinen Bock hat, Musik zu machen, der darf sich gerne an der kreativen Gestaltung von Fanzines austoben, Konzerte organisieren oder sonstwas szenedienliches unternehmen. DIY. Do-it-yourself, ist das Motto. Viele, der damaligen Punkbands, die sich zur selben Zeit gründen, handeln nach dem Motto. Broilers, Betontod, und, und, und. In Rheinberg reichen das Können, die Kontakte und die Kohle noch nicht aus, um ein erstes Album veröffentlichen zu können. Also, so richtig auf Vinyl (oder CD, wenn es beliebt), denn an MP3 und dem digitalen Vertrieb, der heute unaufhaltbar zuerst die iPods, dann die iPhones und zuletzt alle Smartphones der Welt erobert hat, war vor fünfundzwanzig Jahren nicht im Traum zu denken. Also hämmert man die ersten musikalischen Gehversuche auf Band. Oldschool. Auf Kassette. Als Demotape. 1992 entstehen: “Nieder mit dem Verstand”, “Mein Fahrrad”. 1995 gibt es “Die Zeit der Helden”.

Ebenfalls gibt es im selben Jahr, 1995, den nächsten Besetzungswechsel innerhalb des damals noch nicht ganz so in Stein gemeißelten Bandgefüges: Uli Cichy ersetzt Carsten Kirchhofes an den Trommeln. Ein Wechsel, der noch von großer Wichtigkeit innerhalb der Band werden wird. Nicht nur, weil Cichy (Kralle) bis 2010 bei der Band bleiben sollte…

 

 

1997: Das erste “Schwarze Gold” – die “Scheiße” Vinyl

Drei Jahre vor dem Jahrtausendwechsel, und ganze sieben Jahre nach Bandgründung, erscheint mit “Scheiße”, die gemeinsam mit der Kombo “Machtwort” aufgenommen wird, die erste 7” Vinyl der Band. Betontod steuern drei Tracks bei: “Plastik Punk”, Ein ganz normaler Tag” und “Endstation Straße”. Machtwort sind auf der B-Seite mit zwei Stücken vertreten: “Sonntagmorgen” und “Lebenslang” runden die erste, richtige Produktion ab.

 

1998: Die ersten Sampler-Beiträge

ede Band, die was auf sich hält, muss mal auf einem Sampler mit den ganzen ranzig-kultigen Punk-Kapellen um Aufmerksamkeit buhlen. Das ist ein Gesetz. Ungeschrieben zwar, aber ein Gesetz. Wer keinen Sampler-Beitrag vorweisen kann, dessen Bandgeschichte besitzt einen eindeutigen Schönheitsfleck. So fing die Karriere vieler großartiger Punkbands an, und Betontod träumen von Beginn ihrer Karriere davon, es ihren Vorbildern gleich zu tun. Slime, Daily Terror, Middle Class Fantasies, KFC und so weiter. 1998 ist es soweit: Auf “Punkrock: The Next Generation Vol. 3” finden sich die Rheinberger, zusammen mit vielen anderen angesagten Punkbands des ausgehenden 20. Jahrhunderts, wieder. Und nicht nur das. Mit ihrem Stück “Der letzte Weg”, eröffnen sie sogar den bunten Reigen des Asozialen. Ein TrOi!mchen.

Apropos asozial: “Chaos, Bier und Anarchie Vol. II” ist, noch im selben Jahr, der zweite Sampler deutschsprachigen Punks, auf dem sich Betontod platzieren können. An vorletzter Stelle, ganz unten, sind sie vertreten und haben sich, irgendwo hinter “Dritte Wahl” und vor “Zaunpfahl” mit ihrer “Achterbahn” eingezeckt.

 

1999: “Hier kommt Ärger”, das erste Studioalbum

Wenn es soweit ist, und du als Band im Studio stehst, um dein Debut einzuzimmern, wird sich entscheiden, ob du reif für die Welt da draußen bist. Ob du es schaffen kannst, eine große Nummer zu werden, oder ob du ein kleines Licht im Winde bleiben wirst. Das erste Album ist, genauso wie die dritte Platte einer Band, ein einschneidender Schnitt. Und ein Schritt in die richtige Richtung. Nach vorne. Am besten, ohne sich noch einmal umzudrehen, zurückzublicken oder – im schlimmsten Falle – stehenzubleiben. Stillstand ist der Tod der Kunst, und stillstehen will man in Rheinberg 1999, so kurz vor dem Y2K Hype, der unser aller Leben, wie wir es kennen, beenden soll, noch lange nicht. Und all das gemeinsam getrunkene Bier, all die vielen Erfahrungen (positive und negative), all die Schlägereien mit Nazi-Glatzen und Dorf-Assis, all das vergossene Blut und Sperma – das alles ist auf dem Debut-Album von Betontod in rauer Unbarmherzigkeit zu hören. “Hier kommt Ärger” macht keine Gefangenen. Es ist ein Kleinod in Dreckigkeit. Ein unbequemer Störenfried, der immer dann laut ins Klassenzimmer rülpst, wenn alle gerade dabei sind, andächtig den Ausführungen der geilen Lehrerin zu lauschen. Kurz: Es ist Punkrock der feinsten und feistesten Sorte. Hart, dreckig und provokant. Aber auch, und das war schon 1999 ein echtes Alleinstellungsmerkmal, für das Genre ungewohnt sauber eingespielt. Mit Tempowechseln, harten Drums, guten (weil durchdacht gesellschaftskritischen) Texten und einer eingängigen Produktion. Der leicht reibeisenmässige Gesang Meisters nicht zu vergessen. Es war der erste große Schritt in die Zukunft. Betontod waren das “hier” im “jetzt” von damals.

 

1999: Zwei weitere Sampler-Beiträge

Im Jahr des Debutalbums “Hier kommt Ärger”, erscheinen zwei weitere Sampler, auf denen sich Betontod wiederfinden. Auf der “Käseplatte” serviert man den Hörern “Der letzte Weg”, um anschließend auf dem zweiten Teil der “Es lebe der Punk” Reihe gleich mit drei Songs vertreten zu sein. “Saufen”, Samobojstwo” und “Tschüß” runden den Sampler ab.

 

2000: Daily Terror 20 Jahre – A Tribute

Wenige Punkbands sind innerhalb eines Landes so wichtig, dass man ihnen einen ganzen Tribute-Sampler widmet. “Daily Terror” aus Braunschweig gehörten sicherlich dazu. Ebenso beliebt, wie auch umstritten, formulierten die Jungs 1980 schon genau das, was man später als Deutschpunk erst marktkonform und kommerzialisiert erfinden sollte. 20 Jahre nach Bandgründung durch Peter “Pedder” Teumer, der 2009 viel zu früh versterben sollte, setzt man diesem Punkrock-Urgestein ein musikalisches Denkmal. Betontod sind mit “Tanz der Teufel” vertreten, und geben sich, zusammen mit vielen anderen Punk,- Skin,- und Oi!-Bands, die Klinke in die Hand. Gleichzeitig wird auch der Ruf von Betontod innerhalb der deutschsprachigen Punk- und Oi!szene immer besser. Man erkennt an, dass diese fünf großmäuligen Rheinberger tatsächlich etwas zu sagen haben. Gleichzeitig wird auch immer klarer, dass Betontod politisch ganz links stehen und mit Naziglatzen, Rechtsoffenen und/oder anderen braunen Arschlöchern nichts zu tun haben wollen.

 

 

2001: “Stoppt uns, wenn ihr könnt” – das zweite Album

15 Songs sind 2001 soweit, dass sie der hungrigen MOi!te zum Fraß vorgeworfen werden können. Vohwinkel hat die zweijährige Pause der Band genutzt, um all seiner Wut, seinen Emotionen und seiner Wahrnehmung Luft zu machen. Alleine der Name des “Hier kommt Ärger”- Nachfolgers suggeriert recht eindeutig die Grundessenz des menschlichen Antriebs; die Federführung jeder kreativen Evolution: W-U-T!

“Stoppt uns, wenn ihr könnt” ist das zweite Zeugnis von einer fünfköpfigen, macht- und kraftvollen Band vom Niederrhein, die einst von einigen Arschgeigen belächelt wurde und fortan auf dem besten Wege ist, das bereits reichlich schlecht beackerte Feld des Punkrocks, im Jahre 2001 komplett umzupflügen. Ein musikalischer Arschtritt an alle, die Betontod nie auf ihrem Zettel hatten, straight outta Rheinberg.

Im selben Jahr erscheint auf dem “Schlachtrufe BRD VI” – Sampler ein Beitrag von Betontod: “Angst”

 

 

2002-2006: Das große Warten auf den großen Knall

Trotz aller Risse in den Mauern der Köpfe, trotz aller Motivation und trotz allen Antriebes, bleibt es in den Jahren 2002 bis 2006 verdächtig still um Betontod. 2002 erscheint mit “Schrei es raus” ein Sampler-Beitrag auf “Die Deutsche Punkinvasion IV”. 2003 ist man auf der “Force Attack” mit “Freiheit in Ketten” vertreten, 2004 gibt man sich mit “Te daria” auf der vierten Ausgabe von “Es lebe der Punk” die Ehre, doch dann wird es ruhig. Man wartet bestimmend auf den großen Knall, während man im gar-nicht-so-stillen Kämmerlein klammheimlich am Nachfolger der “Stoppt uns, wenn ihr könnt” schraubt. Und 2006 ist es dann soweit. Ein Meilenstein in der Historie von Betontod steht bevor – mit dem Release von „DIE DEUTSCHE PUNKINVASION IV“, „FORCE ATTACK 2003“ und „ES LEBE DER PUNK IV“.

 

 

2006: Schwarzes Blut

2006: Während in Deutschland eine Fußballmannschaft das Land in Bewegung und Begeisterung versetzt und dabei, im Vorbeigehen, längst vergessen gehoffte “Tugenden” wie Nationalbewusstsein und Patriotismus freischaufelt, die zurecht jahrzehntelang in den Gräbern des Republikgewissens vermoderten, wächst im kleinen, beschaulichen Rheinberg am Niederrhein ein Album heran, das – ebenfalls im Vorbeigehen – die hiesige Punkrock-Szene mächtig durchrütteln sollte.

“Schwarzes Blut” trifft den Nerv eines ganzen Jahrzehnts. Melodischer Punk-Rock trifft auf kräftig gesalzene Metal-Suppe, garniert mit Texten, die auch heute nichts an Durchschlagskraft, Wut sowie Wichtig- und Mächtigkeit verloren haben. Noch heute sind immer junge Punk-Metal Evergreens wie “Kinder des Zorns”, “All die Jahre”, das titelgebende “Schwarzes Blut”, oder – natürlich – “Viva Punk” wunderbare Pogo- und Mitgröhl-Granaten, während legendärer Betontod-Shows, ganz egal, ob die fünf Niederrheiner in Düsseldorf vor Tausenden, oder in Hintertupfingen vor Hunderten spielen. Das Album gilt heute als wegweisende Veröffentlichung und Autonomie der Band, die sich im Jahre 2017 einen Platz in den vordersten Reihen der besten deutschen Punkrock-Bands des Landes gesichert hat. Was für die Toten Hosen die “Ein kleines bisschen Horrorschau”, für die Böhsen Onkelz die “Heilige Lieder” und für die Broilers die “Santa Muerte” war, ist für Betontod die “Schwarzes Blut”: der erste Meilenstein in der Karriere, der selbige nur in eine Richtung befördern kann: nach vorne.

Außerdem erscheinen 2006 noch folgende Sampler-Beiträge von Betontod: “Es lebe der Punk Vol. VIII” – “Viva Punk!” und “Schlachtrufe BRD VIII” – “Stillstand”

 

2010: GlaubeLiebeHoffnung

Nachdem man vier Jahre zuvor einen überragenden Erfolg innerhalb und außerhalb der deutschsprachigen Punk-Szene mit “Schwarzes Blut” feiern konnte, muss man sich dringend neu orientieren. Der schon damals einprägsame und gelebte Begriff des “Mach-es-dir-selbst” Mottos, wird jetzt in die Tat umgesetzt, und damit der Spatenstich zur nächsten großen Traumerfüllung im Band-Kosmos getätigt: der Gründung eines eigenen Labels. “Better than Hell” heißt ab 2010 die musikalisch/kreative Homebase von Betontod, mit Epizentrum in Rheinberg am Niederrhein. Während man von dort aus plant, wie der nächste Longplayer auszusehen, und sich – vor allem – anzuhören hat, ist im Rest von Deutschland schon seit ein paar Jahren ein Umbruch im Gange. Seit der Auflösung der “Böhsen Onkelz”, schießen neue Bands aus dem Boden, die sich anschicken, den Platz des ehemaligen Platzhirschen einzunehmen. Schneller noch, als Pilze. Der alte Punkrock hat, so scheint es jedenfalls, vorerst ausgedient. Der Mainstream wird ab dann von einer Genre-Abspaltung heimgesucht, die sich “Deutschrock” nennt.

“GlaubeLiebeHoffnung” – der 2010er Longplayer, ist kompromisslos. Und er geht kompromisslos nach vorne. Das Album ist genau das, was es ist: ein wichtiges Zeitdokument der Band. Nicht nur, weil sie sich einem neuen Genre öffneten, sondern auch, weil man einen guten Eindruck des inneren Status Quo von Betontod bekommt. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass im selben Jahr, kurz nach der Studioarbeit an “G.L.H.”, der Drummer Uli Chichy abspringt. Seinen Platz nimmt fortan Maik Feldmann ein, der bis heute an der Schießbude sitzt und, das sei vorweggenommen, das Drumming innerhalb der Band auf ein völlig neues Niveau hebt.

“Glaube, Liebe, Hoffnung” ist das erste Betontod-Album, das eine Chartposition in den offiziellen deutschen Albumcharts einfahren kann. Es landet auf Platz 89.

 

2011: “Antirockstars” und das erste Mal auf dem fucking W:O:A!

Es gibt so Jahre im Laufe der Karriere einer Band, in denen alles zu gehen scheint. Auch wenn es 2011 noch keine hohen Chartpositionen, kein Geld und auch keine Freifahrtscheine in den Olymp des Rock and Roll für Betontod regnen sollte, so ist das Jahr in seiner Gesamtheit eines der wichtigsten für die Truppe um Frank “Eule” Vohwinkel, Oliver Meister, Adam Dera, Maik Feldmann und Mario Schmelz.

Ein Jahr zuvor legt man, durch die Gründung des hausinternen Bandlabels “Better than Hell” und der Veröffentlichung von “Glaube, Liebe, Hoffnung”, den ersten Baustein in eine glorreiche Punk-Zukunft. 2011 zementiert man dann das, was man vorher wage in den Einkaufswagen der Bandseele eingelegt hatte, auf furiose Art und Weise. Zunächst mit der Veröffentlichung von “Antirockstars” auf Better than Hell Records. Muss man mehr schreiben? Jedem Betontod-Fan ist dieses Album, dessen Cover heute noch legendär ist, ein Liebling in der Diskografie der Niederrheiner. “Keine Popsongs” wird zum Über-Hit, der bei keinem Konzert fortan fehlen darf. Und er ist keine Ausnahme. Neben ihm reihen sich zwölf weitere Tracks ein, die sich irgendwo zwischen rotzig und punkig, zwischen deutschem Rock und hartem Pogo, zwischen ruhigen und lauten Tönen angesammelt und eingenistet haben. Wieder zeigt der Band-Kompass nur aufs nach vorne gehen. Wieder wächst Eule beim Texten und beim Songwriting über sich hinaus. Wieder geht es in die Charts. Dieses Mal auf die 28. Ein Sprung, so weit nach vorne, war mehr, als sich jeder innerhalb der Band jemals hätte zu träumen gewagt.

Und dann? Was folgt dann? Ja, das Wacken Open Air, Mann! Der erste Auftritt von Betontod auf diesem epischen, weltweit anerkannten Mega-Festival.

Und wie war es? Natürlich: wahnsinnig geil. Ein Ritterschlag für die Rheinberger und eine willkommene Abwechslung für alle Metal-Heads an diesem Wochenende vor sechs Jahren.

 

 

2012: “Entschuldigung für Nichts” und ein neuer Produzent

Es scheint, als habe man sich intern dazu entschieden, nie wieder einer derart lange “saure-Gurken-Zeit” haben zu wollen, wie in den Jahren 2007 bis 2010. Kreativität Galore. Und als wenn das alles noch nicht genug wäre, entscheidet man sich dazu, den nächsten Longplayer bei niemand geringerem als Vincent Sorg in den Principal Studios aufzunehmen. Ja, genau. Der Sorg, der wie ein Übermensch allen Bands, mit denen er arbeitet, einen wegweisenden Stempel aufdrückt, und der sie dann hinterher ganz groß werden lässt. Zuletzt den “Broilers”. Davor “In Extremo”. Immer wieder den “Toten Hosen”. Und jetzt, man konnte es noch nicht richtig glauben, als 2012 die Zusage im Rheinberger “Better than Hell” Hauptquartier reinflattert, auch Betontod. Himmel. Was für eine geile Scheiße. Der satte Sound der Stücke ist unter anderem auch ein Verdienst Sorgs, der das Material auf pure Energie geeicht hat. Bereits 2009 hatten BETONTOD anlässlich der Produktion zu “GlaubeLiebeHoffnung” erstmals Kontakt zu Sorg, bekamen seinerzeit aber eine verhältnismäßig schroffe Absage. Daraufhin wurden ein paar Dinge umgestellt, die Musik generell rockiger ausgerichtet, zudem ein eigenes Label gegründet und die musikalischen Fähigkeiten weiterentwickelt. Vohwinkel: „Vor der Produktion zu ´Entschuldigung für nichts` haben wir noch einmal bei Sorg angeklopft. Vincent war von unserer Entwicklung sichtlich beeindruckt und erklärte uns, dass sich so manch andere Band nach einer solch ruppigen Absage vermutlich aufgelöst hätte. Für uns dagegen war sie ein Ansporn, noch mehr Gas zu geben. Die Arbeit mit ihm war ein Traum, Vincent hat uns in jeglicher Hinsicht gut beraten und mich beispielsweise immer wieder dafür sensibilisiert, die Worte, die wir an unsere Fans richten, unmissverständlich zu formulieren. Die Zusammenarbeit mit ihm war der richtige Schritt zur richtigen Zeit.“

Die Single ´Entschuldigung für nichts` wird am 3. August 2012 über das bandeigene Label ´Better Than Hell` (Vertrieb: Edel Germany) veröffentlicht, das dazugehörende Album mit insgesamt zwölf Songs folgt am 31. August 2012. Vohwinkel zum aussagekräftigen Titel von Album und Single: „Auf dem Weg nach oben wird die Luft für Bands oftmals immer dünner, sodass man sich fast täglich mit Anfeindungen beschäftigen muss. Doch für uns gilt: Wir rechtfertigen uns für nichts!“ Eine klare Botschaft, die sich auch im neuesten Videoclip unmissverständlich wiederfinden wird.

´Entschuldigung für nichts` stellt für BETONTOD eine Weiterentwicklung auf mehreren Ebenen dar. Die Songs des neuen Albums sind noch variabler, vielschichtiger und dynamischer, die Produktion generell ist über jeden Zweifel erhaben. Folgerichtig geht es auch charttechnisch wieder weiter nach oben. Dieses mal bis in die Top Ten – auf Platz zehn.

Ebenfalls spielt man 2012 das zweite Mal auf dem Wacken Open Air.

 

2013: Mehr Festivalerfahrungen und eine Live DVD

So, wie es auch bei den Lieblingsbands von Betontod geklappt hat. Der große Traum, irgendwann mal von der eigenen Musik leben zu können, er will 2013 weitergeträumt werden. Auch wenn es bis zum nächsten Studioalbum noch ein paar Jahre dauern wird, so spielen die fünf Rheinberger 2013 auf etlichen Festivals, so u.a. auf dem With Full Force, der Full-Metal-Cruise, dem Elbriot u.a. Außerdem erscheint im Oktober die erste Live DVD der Band-Karriere: “Viva Punk – Mit Vollgas durch die Hölle”.

 

 

2015-2016: “Traum von Freiheit”, die Ankündigung von etwas Großem und das 1000. Konzert

Vohwinkel hat genügend brennbares Material, in Form von Texten und Arrangements, im Rucksack. Genug für zwei Alben. Alle in der Band sind sich einig: Es darf, nein, es muss wieder mehr in Richtung Punk-Rock gehen. Dieses Land braucht keine weitere Deutschrock-Band. Dieses Land braucht eine klare Kante gegen Rechts. Gegen Rechts und gegen jede Form von Nazi-Scheiße waren Betontod zwar schon immer, dennoch Zeit, es mal wieder in Form von Noten und Reimen zu verpacken. Die Songs zu “Traum von Freiheit” wurden geboren. Und mit ihnen kamen aus allen Teilen des Landes: Lobeshymnen, Kredibilität und Szene-Applaus geflogen. Das Album wird das beste, das sie bislang aufgenommen hatten. Platz 11 in den deutschen Charts ist der verdiente Lohn für die fast dreijährige Arbeit an “Traum von Freiheit”.

Ende 2015 spielt man, aus alter Verbundenheit und Tradition, die beiden legendären Abschlusskonzerte in der Rheinberger Stadthalle. Kurz vorher kündigt man für das Folgejahr, 2016, an, am Ende desselbigen einen sprichwörtlich riesengroßen Schritt in Richtung “riesengroß” zu machen. Das erste (und zugleich 1.000ste) Konzert in der sagenumwobenen Düsseldorfer “Mitsubishi Electric Hall”. Ja, man. In der gottverdammten Philipshalle.

Unnötig zu erwähnen, dass die Show in Düsseldorf frenetisch wird. Unfassbares Emotionskino. Ein musikalischer Ritt auf einer Kanonenkugel, die im Vorbeifliegen alle Gassenhauer der langen Betontod-Karriere beinhaltet. Dazu 5.000 Fans aus NRW und ganz Deutschland, die diesen Abend zu einer legendären Sause verwandeln, die allen, die dort anwesend waren, noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Versprochen!

 

 

2017: Revolution!

Es wird Zeit, den Menschen zu zeigen, dass ein kleiner Teil nicht berechtigt, die Legion der Vergessenen immer größer werden zu lassen. Es wird Zeit für eine Revolution!“

Was Vohwinkel mit diesem kurzen Statement sagt, spiegelt die aktuelle Realität in diesem Land und auf der ganzen Welt wieder. „Und wir sind nicht bereit, den Hetzern die Straße zu überlassen, es wird Zeit für eine Revolution in der Mitte dieser Gesellschaft, nicht getrieben von Angst und Hass, sondern von Empathie und sozialer Verantwortung.“ Dabei ist uns klar, dass wir die breite Unterstützung von diversen Medien niemals erhalten werden. Dieser Bandname, an dem man nicht vorbeikommt, ob man will oder nicht, macht einem keine Türen auf. Und gerade deshalb ist es wichtig, dass diese Stimme von immer mehr Fans gehört wird und diese Fans fernab dieser Medien bereit sind, diesen Weg mit zu gehen.

Erinnern wir uns kurz? Gut, ab dafür: Aus dem einstigen Traum von fünf Schülern aus dem nordrhein-westfälischen Rheinberg ist mittlerweile eine verschworene Gemeinschaft geworden, eine Gemeinschaft die bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen. Nach dem Einstieg in die Top 10 der deutschen Charts gingen die fünf ihren Weg immer weiter und begeistern mittlerweile in großen Hallen immer mehr Fans ihrer Musik. Mit dem neuen Werk »Revolution« geht man in ein neues Kapitel der Bandgeschichte. Gefestigt und mit klarer Vorstellung, wohin der Weg sie führt! Die perfekte Mischung aus Punkrock und Metal, die es in Deutschland nur in dieser einzigartigen Form gibt.

Was wie ein Übernacht-Erfolg klingt, ist allerdings das Ergebnis harter Arbeit, und vor allem der Glaube an die Möglichkeit, mit eigenständiger Musik und kritischen Texten ein, nein, besser SEIN eigenes Publikum zu erreichen. „Am Anfang mussten wir selbst noch viel lernen“, gibt Vohwinkel zu. Warum sollte es auch anders sein? Wenn fünf Freunde eine Band gründen wollen, ohne irgendwelche Instrumente zu beherrschen, bietet sich nur eine Musikrichtung an: Punkrock.

Wer sich in dieser aufregenden Zeit um 1990 herum zum Ziel setzt, eine Band zu gründen, hat nicht nur Vorteile. Auch wenn es fast 20 Jahre dauert, bis Betontod aus ihrer Leidenschaft eine Profession gemacht haben – das Ergebnis spricht für sich. Wer in Eigenregie über 1000 Konzerte organisiert, 7 Studio- und 3 Live-Alben veröffentlicht hat, der macht viel richtig. Wer als Punkband zweimal auf dem größten Metal-Festival der Welt in Wacken gespielt hat, der hat genug Selbstbewusstsein, um den Nachfolger eines Top 10-Albums anzugehen und den nächsten Schritt zu machen. „Wir haben uns auf das besonnen was uns ausmacht“, erklärt Vohwinkel die neue Marschrichtung, „ehrliche gerade Musik.“ Und was passiert? Die Fans und Kritiker geben der Band recht. “Revolution” chartet, völlig sensationell und unvorbereitet, auf einem unglaublichen dritten Platz in den deutschen Albumcharts.

Die Geschichte von Betontod… Sie kann weitergeschrieben werden.